On the road to Iran

Publié le par miguelbechet

Bye Bye Iran

Bye Bye Iran

IRAN Teil 3 Leben in Tehran

Tehran – die Stadt der 1001 Gesichter : geschminkt, ungeschminkt, mit grosser oder kleiner Nase, vor oder nach der Schönheitsoperation, ungewaschen, gewaschen, offen, entspannt, gestresst, verängstigt, wütend, von einem Hijab umschlossen oder mit wehenden Haaren in der Stirn ... je länger man bleibt, desto mehr Gesichter kann man erkennen. Gleich zwei Monate haben wir uns in der Stadt niedergelassen, eine Wohnung gemietet und uns zu Hause gefühlt. Aloune und Azmina haben die Tehran International School besucht und Miguel und ich haben uns auf Entdeckungsreise begeben ... manchmal alleine, manchmal begleitet von unseren Freunden, die uns ihre Geheimnisse ihres Lebens und Überlebens in dieser Stadt offenbart haben. Manches können wir auf diesem blog teilen, anderes muss zum Schutz unserer Freunde geheim bleiben. Freiheit gibt es hoh in den Bergen (« das Wandern ist des Müllers Lust ») oder in den eigenen vier Wänden.

 

IRAN Teil 2 Kurdistan und der Süden

 

In Kurdistan seien die Menschen äusserts gastfreundlich, hören wir immer wieder. Noch gastfreundlicher ? Ist das möglich ? Kaum sind wir bei unseren Gastgebern vom warmshowers-Netzwerk (couchsurfing für Fahradfahrer/innen) angekommen, werden uns traditionnelle kurdische Kleiderstücke übergestülpt und erste einfache Tanzschritte beigebracht. Unsere Gastgeber sind stolz auf ihre Traditionen und gleichzeitig sind sie äusserst progressiv und kritisch. Die Kurden würden doppelt unter dem Regime leiden : sie sind Sunniten und Kurden, immer klein gehalten und vernachlässigt aus Angst vor Aufständen. Wenn es nur nicht so kalt und regnerisch wäre in Kurdistan ... im Süden sei es wärmer, also brechen wir auf in diese Richtung, doch nicht ohne Halt zu machen in Isfahan : « Hast du Isfahan gesehen, so hast du die halbe Welt gesehen », ein Sprichwort, das an die Grösse und Bedeutung von Isfahan zu Zeiten des Schah Abbas im 16. Jh. erinnert. Für das Auge ist die Stadt ein Genuss, für das Geschichtsbewusstsein ein Muss. Bezüglich Authentik eher ein Frust. Wir fühlen uns reduziert auf ein wandelndes Portemonnaie, Gewürz-und Teppichhändler schwirren um uns herum, so dass wir die Flucht ergreifen ... zurück zu unseren Gastgebern, die uns bereits in ihre Familie adoptiert haben. Wieder einmal dürfen wir die unübertreffbare iranische Gastfreundschaft erleben. Wir spüren den starken Zusammenhalt in dieser Familie, der die Tochter dazu bewegt hat, ihr Visum für Amerika, das sie in der Lotterie gewonnen hatte, abzulehnen. Wie viele IranerInnen würden nicht gerne weggehen ? ... fast täglich hören wir Bitten, ihnen doch mit einem Visum zu helfen.

21 Dezember : Yalda Night, ein Fest, das auf vorislamische Zeit zurückgeht und die Wintersonnenwende markiert ; ein Fest, das sich die Menschen nicht nehmen lassen und in vollen Zügen geniessen mit Essen, Singen, Tanzen und Spielen in ihren eigenen vier Wänden im Kreis der Familie. Möglich ist auch ein vom Regime organisiertes Fest mit Gebet und langen Reden ...

An Weihnachten sind wir in Shiraz und gehen in ein schickes Restaurant. Wir speisen bei Kerzenlicht, doch leider wird unsere feierliche Stimmung durch viel zu laute traditionnelle Musik übertönt. Morgen werden wir wieder « streetfood » essen. Über die kleinen Weihnachtsgeschenke freuen sich besonders Aloune und Azmina, doch unsere Familie und Freunde vermissen wir in diesen Tagen mehr als sonst. Zum Glück gibt es hier leckere heisse Schokolade und Cappucino... Am nächsten Tag ist eine intensive Geschichtslektion angesagt : wir besuchen Persepolis und tauchen ein in eine vergangene glorreiche Zeit mit den toleranten Königen Cyrus der Grosse und Dareios der Grosse (5.Jh.v.Chr.), die bei vielen jungen Iraner/innen noch heute hoch angesehen sind.

Kurz vor Jahresende brechen wir auf in die Hafenstadt Bandar-e-Abbas und besuchen die Vulkaninsel Hormuz, die auch Regenbogeninsel genannt wird. Der Sand, die Felsen und das Salz schimmern in wunderbaren Farben. Dieses Glück gibt es jedoch mit hunderten von Touristen zu teilen, ausser an einem privaten Strand, den unsere iranische Begleiterin ausfindig gemacht hat und wo wir in Bikini und ohne Kopftuch baden und sonnen. Freiheit pur !

 

On the road to Iran
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IRAN, Teil 1 Bitte seid unsere Gäste

Per Velo von Astara nach Tehran

Lange haben wir nicht mehr geschrieben, obwohl es so viel zu erzählen gäbe. Vieles, dass wir gerne erzählen würden, dürfen wir nicht hier auf dem blog.

Seit zwei Monaten sind wir schon im Iran und sind hier in Tehran so richtig « angekommen ». Hätte nicht gedacht, dass ich mich in dieser Millionenstadt wohl fühlen würde. Gewöhnungsbedürftig sind die weiten Distanzen. Um zum Beispiel eine Freundin zu besuchen, der ich Englischunterricht gebe und die im gleichen Quartier wohnt, bin ich eine Stunde zu Fuss unterwegs. Die roten Sterne auf unserer Tehran-Karte markieren die Wohnungen unserer Freunde, die der Grund dafür sind, dass es uns hier so gut gefällt. Und einer dieser Sterne im Nordwesten der Stadt zeigt unsere eigene Wohnung, die wir für einen Monat mieten und in der wir nun selbst Gäste empfangen können. Aloune und Azmina besuchen die Tehran International School gleich um die Ecke. Miguel ist im Stadtzentrum unterwegs und ich nutzte die Gelegenheit, auf den Beginn unserer Reise im Iran zurückzublicken.

Astara : erste Pedaltritte im Iran

Kaum haben wir die Grenze überquert, merken wir, dass es im Iran schwieriger ist, sich in der kulturellen Landschaft zurechtzufinden als auf der Strassenkarte. Menschliche Beziehungen sind stark codiert. Da wir die persönliche Erfahrung dem Reiseführer vorziehen, riskieren wir manche Bruchlandung. Unseren ersten Gastgeber haben wir über Warmshowers, einem Netzwerk von Menschen, die Radfahrer bei sich beherbergen, kennengelernt. Wir wohnen bei seinen Eltern und seine Schwester stellt uns ihr Zimmer zur Verfügung. Alle Wünsche lesen sie uns von den Lippen ab, helfen in der Küche lassen sie uns nicht. Am zweiten Tag beginnen wir, uns unwohl zu fühlen und möchten gerne etwas zurückgeben. « Unsere Anwesenheit sei das grösste Geschenk », meinen sie. Wir insitieren und verschaffen uns Zugang zu der Küche, wo wir eine Crêpeparty organisieren, die grossen Anklang findet. Am dritten Tag haben wir das Gefühl, dass wir die Gastfreundschaft überstrapazieren würden und schwingen uns trotz starkem Regen auf den Sattel. Der Regen hört nicht auf, sondern hält noch zwei Tage an und wird sogar stärker, ganze Strassenabschnitte sind überschwemmt. Meine Moral ist unterdessen in den Socken, ich friere und sehne mich nach einem warmen Bett. Der platte Reifen an Azminas Velo, der im Regen nicht einfach zu flicken ist, hat uns gerade noch gefehlt. Da überrascht uns ein Mann mit einer warmherzigen Geste : er hält sein Auto an, packt eine Kiste mit Fahrradflickzeug aus uns bietet uns einen heissen Tee aus seiner Thermoskanne an. Wie weiss er, was wir brauchen ? Jemand muss ihm von unserer Panne erzählt haben.

« Tourist hunter »

Kurze Zeit später hält das nächste Auto und ein Mann, der perfekt Englisch spricht Lädt uns in seine Schule, the Caspian Institute of English, ein. Wir sind zu müde, um sozial zu sein, sehnen uns nach einem Bett und lehnen höflich ab. Er insistiert mehrmals und bittet uns, ihn später in der Stadt anzurufen und bei ihm zu übernachten. Wir fahren weiter. Wir haben uns noch nicht an die früh einbrechende Nacht gewöhnt und tun somit etwas, das wir uns geschworen hatten zu vermeiden – im Dunkeln zu fahren. Als wir ankommen, liegen unsere Nerven blank und noch bevor wir den Englischlehrer anrufen können, hat er uns gefunden. Es stellt sich heraus, dass er ein professionneller « tourist hunter » ist. Seine Schüler rufen ihn an, wenn sie Touristen sehen, die vorbeifahren. Vor seiner Schule steht ein einladendes Plakat : « All tourists welcome. Help and service free of charge ».

Und wieder werden wir von unseren Gastgebern verwöhnt. Die Männer haben leckere Kebabs für die Grossfamilie von 12 Personen gegrillt. Auch hier im Iran sind die Männer gerne Grillmeister. Der Abwasch und das Aufräumen scheint jedoch für die Frauen reserviert zu sein. Ich möchte mithelfen, werde jedoch in den Salon geschickt, wo die Männer Tee trinken und die Kinder spielen. Lange stehen die Frauen in der Küche und auch am nächsten Tag geht es so weiter. Eingeladen hat uns der Mann, die meiste Arbeit macht aber die Frau. Wenigstens können wir in ihrem privaten Englischinstitut den motivierten Kindern eine Abwechslung zum Unterricht bieten. Ohne Scheu stellen sie uns Fragen und reden über ihre Zukunfstpläne und -träume. Unser Gastgeber schafft somit Realsituationen, in denen die Kinder ihr Englisch üben können. Wir sind beiendruckt von ihrer Neugier und Motivation : sie möchten einmal Anwalt, Arzt, Ingenieur werden, sie arbeiten hart dafür. Ein Studium im Ausland ist für die meisten auch ein Traum. Dort, woher wir kommen, wollen sie alle hin. Dass sie vieles vermissen würden, dass wir hier insbesondere schätzen wie die Spontaneität, Warmherzigkeit und Geselligkeit und dass die Integration in eine neue Kultur nicht immer einfach sein wird, interessiert sie nicht. Schlechter kann es nicht werden, nur besser.

Taarof

Nach 5 Tagen im Iran sind wir erst 70km weiter. Wir kommen nicht voran, immer wieder werden wir angehalten, sei es für ein Foto oder Selfie oder für eine Einladung zum Essen. Schon fünf Mittagessen hätten wir essen können, doch wir ziehen ein Restaurant am Strassenrand vor, da wir gerne bis zur nächsten Stadt fahren würden. Als Miguel die Rechnung bezahlen will, sagt der Mann « Please be our guests » ! Wir sind überrascht : « Was, er will uns einladen » ? Wir insitieren zu bezahlen und nach dreimaligem Hin-und Her nimmt er an. Dieses « Spiel » wiederholt sich jeden Tag einige Mal und plötzlich sehe ich mein Verhalten bei den Gastgebern zuvor in einem anderen Licht. Ich hätte viel stärker insistieren sollen, um den Frauen beim Abwasch zu helfen und viele der Angebote, die wir auf der Strecke bekommen haben, waren gar nicht ernst gemeint, sondern gehören zu einer Etiquette, zu einem codierten Verhalten gegenüber Gästen, dessen blumigen Sprachgehalt wir leider wegen fehlender Farsi-Kenntnisse nicht erfahren können. So lernen wir den Taarof kennen, der uns noch zwei Monate begleiten wird. Manchmal amüsiert er uns, wenn zum Beispiel ein Taxichauffeur bereits das Rückgeld gegeben hat und dann unsere Geldnote ablehnt. Häufig wissen wir jedoch nicht genau, woran wir sind und suchen Klarheit in dieser Ambiguität von ehrlichem Angebot und Etiquette. So ist es angenehm, wenn unsere Gastgeber schon von Anfang an klarstellen, dass sie keinen Taarof machen würden. Die meisten Angebote sind nämlich ehrlich und die Gastfreundschaft ist überwältigend. Wir erleben die Menschen als warmherzig, offen und spontan. Es ist sehr einfach, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Die Aufmerksamkeit und das Interesse an uns schmeichelt, ist jedoch manchmal zu viel, vor allem für Aloune und Azmina. Wenn wir alleine sein wollen, dürfen wir nicht am Strassenrand anhalten. Manchmal verkriechen wir uns in ein Hotelzimmer und verlassen es nur bei Dunkelheit.

Es gäbe noch so viel zu erzählen über unsere Gastgeber, die unsere Velofahrt entlang dem kaspischen Meer von Astara nach Chalous zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. In Georgien und Azerbaijan hat uns unser Zelt Sicherheit gegeben, im Iran ist es die unübertreffbare Gastfreundschaft. Wir haben an Vertrauen gewonnen, der Stress um ein Nachtlager liegt uns fern, wir fühlen uns frei. Denn die Menschen haben uns gezeigt, dass sie uns niemals hängen lassen würden und dass es immer eine Lösung gäbe. Dieses Vertrauen anstelle von Misstrauen hat uns den Menschen viel näher gebracht. Wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist, ist man verwundbar und ungeschützt und da ist diese Warmherzigkeit besonders viel wert. Mit einem riesigen Dank an unsere wundervollen Gastgeber, die unterdessen zu Freunden geworden sind, verabschiede ich mich und freue mich auf eine Fortsetzung unserer Reise im Iran.

 

 

On the road to Iran
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In the meantime we have arrived in India, but I feel like my soul has not yet found its way here. It is still roaming the streets of Tehran, still sitting at the table with our friends, sharing a delicious meal, sharing a good laugh, dreaming about a future reunion in Iran or elsewhere ... it has been difficult to say goodbye : Iran and particulary Tehran has been our home for four months. Whenever we were hosted people would say : please feel at home and we did.

 

IRAN Part 3 Living in Tehran

 

The traffic is insane, the air is very polluted and the city is built on a slope ... once our bikes have been put in our friends shed, we don't take them out anymore. We get a very warm welcome in Tehran by Ali and Behnaz. They are the first warmshowers in Iran who are actually cyclists. Not only that passion we share with them but also the hiking. On the first weekend together we climb one of the mountains in the North of Tehran and enjoy a delicious 5 star-breakfast 5 up on the hill. Climbing is a common passion of the Swiss and the Iranians but the pic-nics are quite different. As we, the Swiss, try to find a hidden spot where we can be on our own, the Iranians look for company and share everything that they have carried upthe hill : wood, food, tea, warm clothes ... An old man offers me gloves that he had made himself ! You can feel freedom up on the mountain, a space of liberation from the contraints of traffic, culture, family, society, rules. How people live in these conditions and how they manage to create spaces of freedom for themselves, is what we are trying to discover during our time in Tehran. We dander down the 19km long Valiasr street from the rich North to the poorer South, getting a feeling of the big gap between the different social classes and admiring the numerous sculptures and pieces of art along the street. We wander trough the city, meet friends and listen and talk to different people. They are happy to share, we are happy to listen and to learn new things every day. Every day we walk deeper into the labyrinth of contradictions and for finding our way out we need to jump from time to time ... jump into that space where you forget about everything, be it a crazy party with friends with dancing and laughing (Iranians are great party-makers) or a ride in the car through the city at night with Pink Floyd at full blast.

Aloune and Azmina attend the Tehran International School and enjoy meeting other girls. At first they are struggling with the English and Azmina with the scarf that she has to wear. But they slowly get used to it and manage to find their place in only a few days. One more time they show their incredible capacity of adapting to a new situation. They wouldn't want to stay in that school « for ever ». They prefer our school system in Switzerland. Since we have arrived in Tehran, they talk less and less about home, though. And that's thanks to the wonderful people we have met.

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IRAN Part 2 The South: Isfahan, Varzaneh, Shiraz and Bandar-e-Abbas

 

« When you've seen Isfahan, you have seen half of the world » a saying that reminds of the importance and splendour of this city at the time of Shah Abbas in the 16th Century. Everybody tells us that we should not miss it. Our trip to Isfahan coincides with the return of our friend Masi from the North to her hometown. She is expecting a baby and decides to stay with her parents for the last two months of her pregnancy. We are so happy to see her again and we are warmly welcomed by her family. We experience the warmth and closeness of an Iranian family and have the luck to celebrate the Yalda night with them. Yalda night goes back to pre-silamic times and marks the winter solistice : food, playing games, dancing, playing music... the atmosphere is very relaxed and we feel like we are part of the family. The next day we decide to visit the famous Imam square where we first experience the backside of tourism that we have been avoiding so far. Here, we are seen as a wandering purse and every two minutes we are approached by a seller. One time Miguel tries to distract a seller by saying that we are « from China », but is greatly surprised when the guy responds in fluent Chinese ! It takes time to get a feeling of the place and after a few hours of sitting on a bench beside one of the mosquees the atmosphere and the splendour of the place start to sink in. In Shiraz it is easier to get a feeling of the place. People are more relaxed and we spend a lot of time hanging out in the old town where we drink coffee and hot chocolates. Visiting Persepolis is a must. Thanks to the 4D virtual reality cameras that show the original buildings and colours, the ruins become alive and we feel like living at the times of the Persian king Cyrus the Great. Today he is remembered as a tolerant and wise king and worshipped by some intellectuals in Tehran. In Bandar-e-Abbas we say good-bye to Iran - but only temporarly as we are planning to get an new Visa for a fourth month in Iran.

Our Azerbaijan experience

« Welcome to Azerbaijan. Good luck », what a nice way to welcome visitors to their country. And after more than three weeks in the country, we can say that we have been blessed with luck. Only one thing is not welcome in this country, and that's our drone. Absolutely no drones allowed because of the still not resolved conflict between Armenia and Azerbaijan on Mount Karabagh. They could have confiscated and kept the drone, but find us quite harmless and decide to seal it for our time in their country. It will be officially opened again at the border before leaving for Iran.

We have just got used to life in Georgia and managed to learn some sentences in their language, as we have to leave again. Everytime we cross a border, it takes us a while to get a feeling of the new place. The first impression in Azerbaijan are the empty streets, less traffic and less machist drivers. But people beep their horns, shout encouraging words and put up their thumb. We feel like stars.

The first few days we do wild camping and easily find good spots not far from the road. Nature is wild here in the mountains. Every evening when the sun goes down, we hear screaming noises that we haven't heard before. Our theories go from a happily screaming crowd of youngsters on a night out, over police sirenses to rare birds. We are not that worried, till the day we find out what it is : it's the howling of jackals who live in great numbers in the forests in Azerbaijan. Locals call them dangerous wild animals and they keep dogs to scare them off. To reassure our girls we often take the option to camps beside a house or at least very close to a village. Asking locals for hospitality allows us to get in contact with people and to learn about their way of life. It also means eating a lot of food and leaving the next morning with some kilos more in our trailer : bread, fruit, cheese and sometimes a watermelon of 15 kg.

The hospitality in Azerbaijan is overwhelming. We are deeply touched by all the spontaneous invitations we get. One evening, we have some trouble finding a place to camp and ask a man on a field if he knows a place for us. Half an hour later, we are sitting in his house at the table, drinking tea, eating baklava and getting invited to the wedding of his son the following day. They would be honoured, he says. We can't refuse and have the chance to live an unforgettable experience of a traditional wedding in a small village near Qebele. I think we managed to get through the wedding without making to many mistakes. We love the challenge of trying to understand and translate the cultural codes and go along with them. Although there is one aspect of their culture which is more difficult to go with and that's the status of the women according to their tradition and religion. I find myself sitting in a teahouse as the only woman and at the wedding, women and men sit at separate tables. The roles have been defined and the spaces accorded to each sex. Although in Azerbaijan people practise and live a very moderate Islam, as far as we can observe from women's way of dressing and from men's behaviour towards women.

From time to time we meet a young person who speaks English and take the chance to ask as many questions as possible. Not every questions is understood, not every answer is satisfying. One part of our experiences stay mysterious and that also makes the beauty of travelling.

We have reached the very south-east of Azerbaijan and only 40 kms separate us from the border to Iran. We are staying for a week at the Caspian Sea to reload the batteries and to digest the impressions after having crossed the whole country from one corner to the other. We have seen the changes in the landscape from the mountains, across the plains to the sea, the changing economical activities from self subsistence farming and tourism to the vast cotton fields and the industrial developpement in the plains. Azmina's geography of the country consists mainly in the changing wildlife, with fascination she has observed all the animals along the road. Our inner changes have also been substantial, we have gained in confidence and trust, thanks to the kindness of the people who we have met along the road.

 

On the road to Iran
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Azerbaidschan : Natur und Traditionen

 

5 September an der Grenze : « Welcome to Aserbaidschan. Good luck ». Georgien liegt hinter uns. Über Aserbaidschan wissen wir nicht viel, unbekanntes Land, exotisch klingender Name ... und schnell merken wir, dass hier vieles anders ist. In Seki entdecken wir einen lauschigen Park, wo man Tee trinken kann. Wir setzen uns unter einen Baum und sehen, dass wir die einzigen Frauen unter 50 Männern sind. Es dauert nicht lange, stösst jemand zu uns, lobt die Schönheit unserer Töchter und fragt : «Gde brat » ? (Wo ist der Bruder ? auf russisch). Er gibt uns klar zu verstehen, dass wir noch eine wichtige Aufgabe hätten im Leben, eine viel wichtigere, als um die Welt zu reisen : einen Sohn zu zeugen.

 

Wir fahren dem Kaukasus entlang, die Berge immer zu unserer linken und manchmal auch als Steigung vor unseren Rädern, viel wilde und unberührte Natur und dazwischen einzelne Gärten. Was hier wächst, entdecken wir an den Ständen am Strassenrand : Äpfel, Haselnüsse, Zwetschgen, Brombeeren, Birnen ... auch die lokale Fauna können wir vom Fahrrad aus sehen, traurigerweise meist zerquetscht auf der Strasse liegend: Igel, Marder, Schmetterlinge, Vögel, Ratten und gar eine Schildkröte. Leicht finden wir geschützte Plätze zum Zelten, nicht weit weg von der Strasse. Wir kuscheln uns in unsere Schlafsäcke und als es eindunkelt, hören wir ein lautes Heulen, mehrmals und nicht weit weg von uns. Ich halte es erstmals für das Geschrei und Gejubel einer vorbeifahrenden Hochzeitsgesellschaft, die ihre Freude mit allen teilen möchte, Miguel für das Geschrei eines speziellen Vogels ... es beunruhigt uns nicht weiter. Erst als wir erfahren, um was es sich handelt, hält es uns die ganze Nacht wach : es ist das Geheul der Schakale, die sich tags in den Wäldern verstecken und nachts herumstreunen, auf der Suche nach einer entlaufenen Henne oder einem Lamm. Als Echo aufs Geheul ertönt aus allen Ecken lautes Hundegebell. Erholsam sind die Nächte nicht besonders und so verkriechen wir uns alle paar Tage in ein Hostel.

 

Dass die Gastfreundschaft von Georgien noch zu übertreffen ist, konnten wir uns nicht vorstellen. Doch eines Abends, als wir auf der Suche nach einem passenden Nachtlager einen Mann auf einem Feld ansprechen, geht es nicht lange, da sitzen wir an einem reich bedecken Tisch, frisch geduscht, umringt von einer Gruppe Frauen, die aufgeregt durcheinander sprechen und werden zu der Hochzeit des Sohnes des Hauses eingeladen. Bitte, bitte, bitte ... es wäre ihnen eine Ehre. Eine solche Einladung können wir nicht abschlagen. Mit Stolz haben sie uns den frisch eingerichteten Salon und das Schlafzimmer des Paares gezeigt, das hier nach der Hochzeit einziehen wird. So viel Gold, Kristall, Ornamente, Blumen und Rosa, es schmerzt in meinen Augen, doch Azmina ist ganz fasziniert von diesem Kitsch. Es wird uns schnell bewusst, dass wir in unserem Gepäck kein passendes Kleidungsstück finden werden und so ist shopping angesagt. Azmina und Aloune sind ganz aufgeregt : Nägel werden lackiert, Zöpfe geflochten ... Ehrengäste zu sein verpflichtet. Der Ablauf der Hochzeit ist genau ritualisiert, der Bräutigam und die Braut scheinen es mehr über sich ergehen zu lassen, als zu geniessen. Die Gäste amüsieren sich sehr, besonders als wir es auf die Tanzfläche wagen und uns in traditionellen aserbaidschanischen Tänzen versuchen. Am Ende werden wir gar vor das Mikrofon gebeten. Auch hier übersetzt die einzige Frau, die fliessend englisch spricht und sich um uns kümmert, souverän. Am Abend, zurück bei der Familie, werden wir zu einem Gebet für die kürzlich verstorbene Grossmutter gebeten und erfahren, dass es sich beim Vater des Bräutigams um den Iman von Sincar handelt. Als ich eine Kopfbedeckung holen will, winken sie ab. Nur wenige Frauen tragen ein Kopftuch. Die Menschen in Aserbaidschan sind stolz auf ihren moderaten Islam und erinnern mich daran, dass ich im Iran ein Kopftuch tragen müsse. Am nächsten Tag wird die Braut ihre Familie verlassen und hier einziehen. Traditionen sind hier auf dem Land noch sehr wichtig, die Söhne und Töchter der Familie halten sich daran. Aloune versteht nun, weshalb die Leute uns immer wieder dazu ermuntern, einen Sohn zu zeugen. Was würde in Aserbaidschan aus ihren Eltern werden ?

Tief berührt vom warmherzigen Empfang dieser aserbaidschanischen Familie fahren wir weiter Richtung Südwesten, es bleiben noch 300km bis zur Grenze mit dem Iran.

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Georgien: losfahren, loslassen ...

 

Sobald wir losgeradelt sind, bin ich wieder in den Reisemodus eingetaucht, der mich während der letzten Reise so eingenommen hatte: langsam und gemächlich sich fortbewegen, ständig Neues entdeckend, der Wind in den Haaren, den Kopf leerend, loslassen und sich treiben lassen. Erstaunte Blicke und Grüsse vom Strassenrand, flüchtige Begegnungen, ein paar Worte mit Einheimischen austauschen ... Am nächsten Wasserhahn am Strassenrand füllen wir unsere Flaschen, das georgische Wasser kommt aus den Bergen und schmeckt lecker. Vor dem nächsten Laden schenkt uns ein Mann direkt aus seinem Kühlwagen ein Schoko-Eis. Das war verdient, denn letzte Nacht hatte uns ein heftiges Gewitter in den Bergen während Stunden wachgehalten. Rundherum hat es gedonnert und geblitzt, wie eine Disco war das Zelt beleuchtet. Wir hatten im Zelt ausgeharrt, darauf hoffend, dass es nicht über uns herzieht. Die Bedrohung der Natur ist ein allgegenwärtiger Begleiter, wenn man auf dem Fahrrad unterwegs ist. Doch sonst fühlen wir uns in Georgien sehr sicher. Wir können die Fahrräder unbewacht stehen lassen.

Am Anfang haben wir uns täuschen lassen von den undurchdringenden, stolzen Blicken der Menschen, doch schon bald fanden wir Zugang zu ihnen : sie sind sehr spontan, herzlich und grosszügig. Das reizt uns am Reisen, zu entdecken, was hinter den Fassaden steckt, zu sehen, wie die Menschen leben. Und dazu haben wir genug Gelegenheit. Immer wieder werden wir eingeladen und sie geben uns zu verstehen, wir sollten uns wie zu Hause fühlen. Und das tun wir. Wir werden bewirtet mit fürstlichen Menus und viel hausgemachtem Wein, der jedoch mit seinem Essiggeschmack gewohnungsbedürftig ist. Meist haben die Menschen freie Zimmer in ihren Häusern, denn ein Teil der Familie ist weggezogen, nach Europa oder Amerika, auf der Suche nach Arbeit. So sitzt auch Vado alleine zu Hause und freut sich über unseren Besuch. Seine Frau und Sohn sind in Moskau. Er zeigt uns mit Stolz ein Kloster aus dem 4.Jh, erzählt viel über die Geschichte Georgiens und über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Menschen, die hier geblieben sind : ein Job alleine reicht nicht aus. Er führt uns durch seinen gepflegten Garten, die Bäume sind schwer behangen mit Früchten. Und so fahren wir mit ein paar Kilos Feigen, Äpfel, Trauben, Pfirsichen und Pflaumen weiter, die in der Hitze und schlecht im Anhänger verstaut, zu einem Früchtemus werden.

 

Wir werden Georgien vermissen ... die vielen Katzen, die Wasserhähne am Strassenrand, das gute Wasser, die frische Luft aus den Bergen, die Khachapuris (Käsekuchen), frischen Früchte, den georgischen Kaffee, das Zelten in der freien Natur, das hier einfach realisierbar ist, die Spontaneität und die Gastfreundschaft.

 

Weniger vermissen werden wir die stickige Luft und den Verkehr von Tbilisi, die aggressiven Hunde und die aggressiven Autofahrer, die ein machistisches Gehabe an den Tag legen und auf stark befahrenen Strassen Autorennen veranstalten.

 

Zuversichtlich nehmen wir die nächste Etappe in den Angriff : Aserbaidschan. Aloune und Azmina überraschen uns mit ihrer Ausdauer. Sie lieben es, zu radeln, auch wenn ihnen wie uns die Hitze und Müdigkeit zu schaffen machen.

 

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Georgien : weg aus Tbilissi, auf der Suche nach frischer Luft

Nachdem wir für Azmina schon einen zweiten Rock gekauft hatten, taucht unser Rucksack plötzlich wieder auf. Azmina tanzt und küsst ihre Kleider. Ein solches Abenteuer verlangt viel ab,von den Kindern und von den Eltern und so kann Bekanntes und Gewohntes Konfort bringen. Azmina vermisst ihre Freundinnen sehr, Aloune hat es gerne organisiert und sauber und ich fühle mich manchmal überfordert mit der Verantwortung. Da kommt es nach einem Tag auf dem Velo gerne mal zu einer Krise. Wie überwinden ? Wir erzählen einander Geschichten von Frauen, die mit Fischen reden können, inspiriert von dem lauschigen Platz am Fluss, wo wir, geschützt von ockerfarbenen Felsen, in denen Schwalben nesten, unser Nachtlager aufgeschlagen haben. Wir haben die Grosstadt verlassen und sind tief eingetaucht ins Land, fühlen uns zurückversetzt in eine andere Epoche : eine Grossmutter wäscht ihr Geschirr im Brunnen, wir überholen Eselskarren und die Gänse dösen mitten auf der Strasse. Doch spüren wir, dass sich hinter dieser Idylle auch Armut und Perspektivlosigkeit verstecken.

Bisherige Höhepunkte :

Azmina : Zelten, Sterne schauen und nach Sternschnuppen Ausschau halten.

Aloune : Mit einem georgischen Künstler einen Stein mit einer Landschaft bemalen.

Ursina und Miguel : die georgische Gastfreundschaft. Immer wieder werden wir eingeladen und beschenkt. Besonders in Erinnerung bleibt uns die Begegnung mit einer Künstlerin und ihrer Familie. Als wir uns in Gori, der Geburtsstadt von Stalin, auf die Suche nach einem Hostel machen, treffen wir auf eine junge zierliche Frau, die dabei ist, einen « tag » auf die Wand zu malen «20% Georgiens ist immer noch von den Russen besetzt. » Heute ist es auf den Tag zehn Jahre her, seit die russische Armee im Konflikt um Südossetien in Gori Wohnhäuser bombardiert hatte. Sie hat diesen Krieg erlebt. Mutig antwortet sie den Passanten, die sie auf ihre Wandmalerei ansprechen. Wir befinden uns in der « Stalin-Avenue », ca : 300m vom Stalinmuseum entfernt, wo mehr Stolz um den berühmten « Sohn », als kritische Betrachtung zur Schau gestellt werden. Die Künstlerin, ihre Mutter, Tante, Cousine und Cousin laden uns spontan zu sich ein und als wir nach zwei Tagen weiterreisen wollen, bitten sie uns zu bleiben. Sie öffnen uns die Türe zu ihrem Herzen und zu Georgien : zu ihrem Georgien, in dem die Frauen mehr Rechte haben und die sozialen Ungerechtigkeiten nicht unter den Tisch gekehrt werden.

 

 

Away from Tbilissi, we need some fresh air.

First the good news : after 6 days our backpack reappaered. Azmina was so happy that she danced around her bag and kissed her clothes ! When you go on a adventure, known things can give you comfort. Travelling is demanding, for the kids and the parents. Moving towards the unknown, not knowing where we sleep at night, makes us more vulnerable. How do we overcome the insecurity and the tiredness ? We move close together in the tent, we tell eachother stories that are inspired by beautiful landscapes, we observe the people and animals, share our feelings. Our hearts are always warmed up when we meet local people and pass some time with them. In Georgia, that happens quite often. They are proud of their hospitality and they live it : in Gori, the birthtown of Stalin, we got invited by a family of artists : two sisters and their kids opened us the door to their flat. They gave us the biggest room, cooked us delicious georgian specialities and gave us an insight into the life of women in Gori and Georgia. Not many dare to speak out about social injustices, women's rights and peace in Georgia, especially not in a town like Gori that seems to glorify « their son » Stalin in the Stalin museum instead of encouraging a critical view of the history. The young artist that we met, is fed up with that and tagging a message on a house on « Stalin-avenue » : « « 20% of Georgia is still occupied by the Russsians ». She dreams about a different Georgia and hopes to form a group of activists. Moved by the hospitality and courage of this family, we move on and cycle to Borjomi, in the mountains : the landscape is beautiful, the contrasts of the different living standards in the city and the countryside are quite shocking. We reload our batteries and breathe the fresh air of the mountains in expectation of the Iranian Visa that we are hoping to get in the next few days.

On the road to Iran
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Not an easy start !!!

At the airport in Geneva: we find out that our boxes for the bicycles are too big. They won't accept them if we don't cut 30cm off. 1 hour for dismantling four bikes and cutting the boxes.

Released, we get on the plane and as we arrive at the airport of Tbilissi at five in the morning (local time), the next surprise: one of our backpacks hasn't arrived. The one with all the emergency medication for one year, Azmina's and Miguel's shoes and clothes, maps, guide books etc.

Patience is needed, after five days still no sign of the bag, they haven't been able to trace it yet. And the Visa to Iran doesn't seem easy to obtain. Patience again. A quality to have or to get when you are travelling.

First impressions of Tbilissi and Georgia: friendly warm welcome, they are proud of their hospitality. Food is nice, so nice that we keep putting on weight for harder times.

Time for the girls to do some schoolwork, even if it's still holidays in our country. They are asking lots of questions about what they see. Aloune for exemple wanted to know why the Iranian men who come to Georgia as tourists, are allowed to walk around in shirts and shorts whereas the women are fully veiled. There will be a lot to explore, discover and questions to answer and answers that will bring up new questions.

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